Trauermücken bekämpfen

Trauermücken bekämpfen

Sind Euch auch schon kleine schwarze Fliegen im Haus begegnet? Schwerpunktmäßig in der kalten Jahreszeit, wenn die Insektenwelt normalerweise noch im Tiefschlag liegt. Die zarten Tierchen sind kein Anzeichen für mangelnde Hygiene. Ihr müsst Euch nicht sofort auf die Suche nach gammelnden Nahrungsmitteln machen. Und auch der Kammerjäger darf zu Hause bleiben. Denn die kleinen schwarzen Fliegen sind Trauermücken. Finden die Insekten optimale Bedingungen vor, legen sie ihre Eier in das Substrat Eurer Zimmerpflanzen. Dort beginnen die schlüpfenden Larven mit dem zerstörerischen Werk.

Ursachen für Trauermücken

Die 1 bis 7 mm großen Insekten treten häufig bei Pflanzen im Haus und Wintergarten auf. In dieser relativ geschützten Umgebung gibt es keine Fressfeinde. Im Garten sind es nützliche Krabbler, wie beispielsweise Schlupfwespen und Marienkäfer, welche Trauermücken buchstäblich zum Fressen gernhaben. Auch Eure Chili-Pflanze im Winterquartier ist nicht vor den Schädlingen gefeit. Denn vor einem Befall könnt Ihr Euch nur schwer schützen. Häufig gelangen die Eier der Mücken durch frisch gekauftes Substrat oder neue Gewächse zu Euch. An warmen, feuchten Sommertagen können aber auch die Trauermücken im Garten den Weg zu den Pflanzen auf der Fensterbank finden.

Zerbrecht Euch nicht den Kopf darüber, wie Ihr Nutz- und Ziergehölze prophylaktisch vor den Insekten schützt. Die Schädlinge werdet Ihr mit simplen Methoden wieder los. Dabei darf auch die Chemiekeule im Schrank bleiben.

Was fressen die schadhaften Insekten?

Adulte Tiere richten keinen Schaden an den Pflanzen an. Sie sind einfach nur lästig. Die Gefahr selbst geht von den Larven der kleinen Mücken aus. Denn diese ernähren sich von den zarten Wurzeln Eurer Gewächse. Und können den gesamten Stängel von innen ausfressen. Gerade empfindliche Zeitgenossen, wie Keim- und Stecklinge, sind bei einem Befall dem Tod geweiht. Wenn Ihr den Kreislauf nicht durchbrecht, nimmt der Befall massiv zu. Und auch andere Pflanzen in der unmittelbaren Umgebung sind gefährdet.

Tipp: Eine ausgewachsene Trauermücke hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 5 Tagen.

So erkennt Ihr einen Befall

Auf den ersten Blick weisen die Trauermücken eine starke Ähnlichkeit zu Obst- oder Fruchtfliegen auf. Nehmt stark schwächelnde und kümmernde Gewächse genau unter die Lupe. Wenn sich kleine schwarze Fliegen auf der Blumenerde tummeln oder glasig-weiße Larven vorhanden sind, ist dies ein Anzeichen für Trauermücken. Die erste Maßnahme: Stellt die betroffene Pflanze in Quarantäne. So vermindert Ihr die Gefahr, dass sich auch die anderen Chilis „anstecken“ können. Diese Maßnahme ist bei anderen Krankheiten und Schädlingen ebenfalls sinnvoll.

Trauermücken haben einen relativ kurze Lebensdauer. Die Weibchen legen ungefähr 160 Eier in das feuchte Substrat. Nach kurzer Zeit schlüpfen die Larven, die ihren Hunger an den Pflanzen stillen. Unterbrecht den Zyklus und sagt den schadhaften Insekten auf Euren geliebten Chilis den Kampf an.

Die geflügelten Schädlinge bekämpfen

Ein Blick in Gärtner-Foren zeigt, dass es viele Tipps zur Bekämpfung von Trauermücken gibt. Doch nur wenige davon sind effektiv. Viele sind mit Vorsicht zu genießen. Denn neben den Schädlingen können auch Eure Pflanzen Schaden nehmen. Im Gegensatz zu anderen unliebsamen Insekten solltet Ihr besonders die Larven bekämpfen. Ein Abwischen der Blätter oder das Sprühen von Seifenlauge bringt nicht den gewünschten Erfolg. Die Larven leben im Boden. Aus diesem Grund müsst Ihr ein wenig umdenken.

Folgende Mittel haben sich bewährt:

  • Raubmilben
  • Nematoden
  • Gelbsticker / Gelbtafeln
  • Kaffeesatz
  • Sand

Das Substrat trockenlegen

Zum Überleben brauchen die Larven der Trauermücken ein warmes, feuchtes Milieu. Die erwachsenen Tiere legen ihre Eier deswegen gezielt in das feuchte Substrat der Pflanzen. An diesem Punkt könnt Ihr ansetzen: Macht es für die Insekten ungemütlich. Bringt eine dicke Schicht aus (Vogel-)Sand an der Oberfläche des Blumentopfes aus. Auch im Inneren des Kübels hat sich eine 2 bis 3 cm dicke Lage aus dem porösen Material bewährt. Damit kommen die Mücken auch nicht an der Unterseite der Pflanze zur Eiablage. Anstelle von Sand könnt Ihr auch getrockneten Kaffeesatz verwenden.

Chili-Pflanzen vertragen kurzzeitig Trockenheit. Ihr könnt das Erdreich komplett austrocknen lassen. Die glasig-weißen Larven sterben dadurch ab.

Tipp: Gießt mäßig, dafür regelmäßig. Gerade im Winter brauchen die Gewächse weniger Wasser.

Schädlich für den Chili

Wer Trauermücken sein Eigen nennt, greift zum Schutz seiner Pflanzen gerne auch nach dem letzten Strohhalm. Wie wir bereits erwähnt haben, kursieren exotische Ratschläge, um Trauermücken zu bekämpfen. Diese Produkte sind zur Bekämpfung eher ungeeignet:

  • Spülmittel
  • Essig
  • Salz
  • Desinfektionsmittel
  • Alkohol
  • Flohschutzspray
  • Streichhölzer

Ein mildes Spülmittel könnt Ihr in stark verdünnter Form bei Spinnmilben und Blattläusen einsetzen. Alle anderen hier aufgeführten Mittel sind bei der Pflege von Nutz- und Zierpflanzen eher tabu. Denkt daran, dass die scharfen Schoten des Chilis irgendwann den Weg auf Euren Teller finden werden.

Natürliche Fressfeinde

Auf Eurer Fensterbank sind die Trauermücken relativ sicher vor Fressfeinden. Diesen Umstand könnt Ihr ändern. So unterstützen Euch beispielsweise Nematoden bei der Schädlings-Bekämpfung. Die Fadenwürmer werden direkt über das Gießwasser der Pflanze zugeführt. Verborgen vor Euren Augen ernähren sich die nützlichen Würmer von den Larven der Mücken. Nach wenigen Wochen bzw. wenn das Nahrungsangebot verschwunden ist, sterben die Nematoden eines natürlichen Todes.

Im Wintergarten und Gewächshaus könnt Ihr Florfliegenlarven und Marienkäfer einsetzen. Die Eier erhaltet Ihr im gut sortierten Fachhandel. Der Nachteil gegenüber Nematoden: Die nützlichen Insekten fressen nur Trauermücken bzw. Larven, die sich an der Oberfläche der Pflanzen zeigen. Die Schädlinge im Erdreich bleiben weitgehend ungestört.

Gelbtafeln

Die gelbe Farbe der Plastikkarten zieht die Mücken fast magisch an. Ein Klebstoff verhindert ein Entkommen der Schädlinge. Bei Bedarf könnt Ihr die Gelbsticker jederzeit auswechseln. Verzichtet im Garten auf den Einsatz der klebrigen Tafeln. Denn nicht nur Schädlinge bleiben an der klebrigen Oberfläche hängen. Sie kann auch nützlichen Insekten und Vögeln zum Verhängnis werden. Die Methode könnt Ihr sehr gut mit Nematoden kombinieren. Während die Fadenwürmer die Larven fressen, verenden die erwachsenen Tiere an den Gelbtafeln.

Die Methode ist effizient. Es könnte Euch jedoch etwas Überwindung kosten, die lebenden Trauermücken an den Gelbstickern verenden zu sehen.

Blumenerde sterilisieren

Trauermücken gelangen häufig durch geöffnete Fenster ins Haus. Aber auch durch gekaufte Blumenerde könnt Ihr Euch die Schädlinge einfangen. Sterilisiert das neue Substrat in der Mikrowelle oder im Backofen. Bei möglichst hohen Temperaturen sterben alle Lebewesen in der Erde ab. Die wichtigen Mikroorganismen könnt Ihr später in Form von Kompost und / oder Dünger wieder hinzufügen.

Bienchen